Die Datenfabrik
Automatisierte und individuelle Datenauswertung in der Verwaltung
Die Datenfabrik ist eine Plattform, die es Fachbereichen in der Verwaltung ermöglicht, in kurzer Zeit passgenaue datenbasierte Lösungen umzusetzen – etwa automatisierte Berichte, Dashboards oder standardisierte Datenschnittstellen.
Einmal eingerichtet, werden Daten automatisiert verarbeitet: Ändern sich die Daten, stehen aktualisierte Ergebnisse ohne manuelle Zwischenschritte sofort zur Verfügung. Das macht die Datenfabrik besonders relevant für alle Bereiche, in denen regelmäßig Daten ausgewertet, berichtet oder weitergegeben werden.
Was dahinter steckt
Die Datenfabrik ist keine einzelne Anwendung, sondern ein Sammlung von Open-Source-Anwendungen, die für eine nahtlose Zusammenarbeit vorkonfiguriert sind. Zu den Komponenten gehören u.a. Apache Airflow, disy Cadenza, PostgreSQL/CloudNativePG, Apache APISIX, MinIO und Keycloak. Die Plattform vermeidet Herstellerabhängigkeiten und ermöglicht eine offene Weiterentwicklung, auch unter Einbindung selbst gewählter externer Dienstleister.
Die Plattform stellt wiederverwendbare Grundfunktionen bereit, etwa für Datenimport, -verarbeitung, -speicherung, Berechtigungen, Schnittstellen und Visualisierung (z. B. ETL-Verarbeitung, relationale und objektbasierte Persistenz, OIDC-basierte Authentifizierung). Damit bildet sie eine technische Basis für unterschiedlichste Use-Cases in der Verwaltung. Unterschiedliche Datenquellen wie Open Data, Fachverfahren oder externe Schnittstellen können angebunden werden, unabhängig vom Format oder der Art der Bereitstellung (z. B. Dateien, relationale Datenbanken oder API-basierte Anbindungen). Die Datenfabrik ist darauf ausgelegt, eine sehr große Bandbreite an Datenformaten zu verarbeiten und Ergebnisse für verschiedene Weiterverwendungen von automatisierten Datenausgaben bis hin zu Self-Service-Berichten bereitzustellen.
Der Betrieb erfolgt zentral; für die nutzenden Stellen entstehen keine Betriebsverantwortung und keine Betriebskosten.
So entstehen Use-Cases auf der Datenfabrik
Fachbereiche können ihre Daten als Datei-Upload, über bestehende Schnittstellen oder automatisiert aus Fachverfahren (z. B. Datei-Import oder API-Zugriff) in die Datenfabrik einbringen. Die einmalige, use-case-spezifische Datenaufbereitung (Datenpipeline) wird i.d.R. durch einen Dienstleister umgesetzt (z. B. Transformation und Orchestrierung mit Apache Airflow, Speicherung in PostgreSQL oder Object Storage). Auf dieser Basis können die Fachbereiche ihre Auswertungen anschließend flexibel weiterentwickeln: Berichte, Dashboards und Datenprodukte lassen sich im Self-Service anpassen und kombinieren (ohne erneute Implementierung der Datenpipeline). Dabei stehen in der Datenfabrik gemeinsame Querschnittsfunktionen wie eine zentrale Authentifizierung über OIDC zur Verfügung.
Mehrwert gegenüber dem Status quo
Heute dominieren oft herstellerabhängige Einzellösungen mit begrenzten Auswertungsmöglichkeiten in Fachverfahren. Eine Kopplung von Systemen ist nicht selten aufwendig und unflexibel. Die Datenfabrik adressiert dieses Problem: Sie bietet eine flexible Basis, auf der Fachbereiche ihre datengetriebenen Anwendungsfälle nachhaltig aufbauen können – von der ersten Auswertung bis zur dauerhaft betriebenen Lösung. Und das einsetzbar in offenen wie auch abgesicherten Betriebsumgebungen.
Mehrwert gegenüber Installation aus den Upstream-Quellen
Sofort einsatzbereit statt monatelanger Einrichtung. Die Datenfabrik ist als betriebsfertige Gesamtlösung konzipiert. Wer die einzelnen Open-Source-Komponenten selbst installiert, muss sie zunächst aufeinander abstimmen, testen und absichern – ein Prozess, der Monate dauern und erhebliche technische Ressourcen binden kann. Die Datenfabrik liefert diese Arbeit bereits erledigt mit.
Sicherheit ohne Aufpreis. Die Kern-Anwendungen wurden auf die Anforderungen eines BSI-zertifizierten Rechenzentrums mit Schutzstufe "Hoch" ausgerichtet. Verwaltungsstellen erhalten damit ein Sicherheitsniveau, das sie durch eigene Härtungsmaßnahmen nur mit erheblichem Aufwand erreichen würden.
Keine versteckten Betriebslasten. Wer Open-Source-Software selbst betreibt, übernimmt auch die Verantwortung für Updates, Sicherheitspatches und den laufenden Betrieb. In der Datenfabrik liegt diese Verantwortung zentral beim Anbieter – nutzende Stellen profitieren, ohne selbst eine eigene IT-Infrastruktur betreiben zu müssen.
Aufeinander abgestimmte Komponenten. Die enthaltenen Dienste – von der Authentifizierung über die Datenspeicherung bis zur Visualisierung – sind so vorkonfiguriert, dass sie reibungslos zusammenarbeiten. Bei einer Eigeninstallation aus den Upstream-Quellen müssen diese Verbindungen manuell hergestellt und gepflegt werden.
Wiederverwendbare Bausteine für Daten-Pipelines. Plattformspezifische Funktionen – etwa für den Zugriff auf den zentralen Datenspeicher – werden über gemeinsame Bibliotheken bereitgestellt. Pipeline-Ersteller greifen darauf zurück, anstatt eigene Lösungen zu entwickeln. Das reduziert Fehlerquellen und erhöht die Einheitlichkeit.